Pressemitteilung: Zug entgleist bei Lemgruben
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Datum: 23.09.2008

Neusorg/Waldershof – Blutverschmierte Gesichter, mehrere Schwerverletzte, hilflos umherirrende Menschen, dazu Rauch und Hilferufe aus allen Richtungen. Es ist Samstag, nach dreiviertel zwölf, als ein Personenzug im Bahntunnel bei Leimgruben plötzlich verunglückt und in Flammen aufgeht. Über und vor dem Tunnel herrscht stockfinstere, kühle Nacht, die nächste Ortschaft ist gut einen Kilometer entfernt. Mit letzter Kraft setzt der schwer verletzte Lokführer einen Notruf an die Zentrale ab – und dann rollt eine der größten Katastrophenschutzübungen der vergangenen Jahre im Landkreis Tirschenreuth an.

Das beschriebene Szenario ist die Grundlage für die Übung, bei der im Lauf der Nacht mehr als 500 Helfer aus dem Landkreis Tirschenreuth und dem angrenzenden Oberfranken zusammengezogen werden. Neben Feuerwehr und Rotem Kreuz wird auch das Technische Hilfswerk aus Marktredwitz angefordert. Im Landratsamt Tirschenreuth formiert sich ein Krisenstab um Landrat Wolfgang Lippert.


Schreie in der Dunkelheit


Der verunglückte Personenzug steht etwa 250 Meter vom östlichen Tunnelportal auf den Gleisen und „brennt“. Die zuerst eintreffenden Kräfte der Feuerwehr bahnen sich unter Atemschutz langsam ihren Weg zum Unglücksort. Der Tunneleingang liegt mitten im Wald, etwa 500 Meter von der nächsten befestigten Straße entfernt, und kann nur über einen unbefestigten Wirtschaftsweg erreicht werden. Von hier geht es eine etwa 20 Meter tiefe, steil abfallende Böschung hinab, über die im Lauf der Nacht zahlreiche technische Geräte transportiert werden müssen. Die Verletzten müssen ebenfalls über die Böschung geborgen werden. Aus dem Tunneleingang dringen Schreie, eine Schrecken erweckende Atmosphäre, die sich vor den ersten Rettungstrupps auftut. Die Feuerwehrmänner gehen unter Atemschutz ins dunkle Innere des 761 Meter langen Tunnels – ohne zu wissen, was sie dort erwartet.

Der Ort des Geschehens ist bald taghell ausgeleuchtet. Gespenstisch wirkt die Atmosphäre auf die Schaulustigen am Rande des Szenarios. Zahlreiche Alarmierungen folgen, letztendlich wird angesichts der steigenden Verletztenzahlen der Katastrophenalarm ausgelöst. Mit speziellen Transportloren der Feuerwehren Waldershof, Marktredwitz und Marktleuthen werden die Verletzten auf den Schienen aus dem Tunnel hinausgefahren.

Nach mehr als einer Stunde sind immer noch nicht alle Verletzten geborgen. Während sich im Tunnel dramatische Szenen abspielen, baut man in der Zwischenzeit an der kleinen Ortsverbindungsstraße von Leimgruben nach Höll bereits eine riesige Zeltstadt auf. Dort werden die Verletzten „gesichtet“.


Riesige Zeltstadt aufgebaut


Allein aus dem Bereich des Rettungsdienstes kommen in dieser Nacht mehr als 100 Helfer zum Einsatz. In der Zwischenzeit werden nicht nur die Verletzten vom Neusorger Tunnelportal aus gebracht, sondern auch von Waldershofer Seite. Immer wieder treffen Opfer mit blutigen Verletzungen ein. Insgesamt 40 „Mimen“ sind hierzu geschminkt worden.

Allmählich wird es kühl, es hat zu nieseln begonnen, die Füße der Helfer werden schwer, aber die Übung ist noch nicht beendet. Man versucht mit mehreren Überdrucklüftern, den Tunnel rauchfrei zu machen. Der Regen macht den Untergrund allmählich glatt, und es wird immer schwieriger, die Verletzten über die Böschungen hinaufzutragen.

Trotzdem gibt es durch umsichtiges und sicheres Arbeiten keine Schäden an Mensch und Gerät. Es ist zwischenzeitlich schon vier Uhr, alle Verletzten sind durch die Feuerwehren geborgen und dem Rettungsdienst übergeben worden.

Insgesamt kommen in dieser Nacht mehr als 500 Helferinnen und Helfer zum Einsatz. Kaum eine Feuerwehr zwischen Marktredwitz und Kastl ist nicht zum Tunnel ausgerückt. Das Rote Kreuz ist mit einer Vielzahl von Helfern im Einsatz, der Versorgungseinheit unterliegt auch die Verpflegung der gesamten Einsatzkräfte am Übungsort.


Landrat Lippert ist vor Ort


Kurz vor fünf Uhr trifft Landrat Wolfgang Lippert am Einsatzort ein. Er war bis dato mit dem Katastrophenschutzstab im Landratsamt Tirschenreuth betraut und hat diesen geleitet. Dem Krisenstab gehören neben Vertretern der Hilfsorganisationen auch die Polizei, Notfallmanager der Deutschen Bahn und auch ein Vertreter der Bundeswehr an. Eine aufregende und anstrengende Nacht neigt sich dem Ende zu. Oliver Becher



 
Termine
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Teilnehmer: Alle
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Teilnehmer: Zug, Log und Stab
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Teilnehmer: Zug, Log und Stab
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Teilnehmer: Ortsausschuss
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