Pressemitteilung: Gas-Alarm in Marktredwitz
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Datum: 08.01.2008

Marktredwitz – Es hätte durchaus in einer Katastrophe enden können, wäre da am Montag nicht ein aufmerksamer Mitarbeiter der Stadtwerke rein zufällig an der Abzweigung von der Thölauer zur Bayreuther Straße vorbeigekommen. Eine Gasleitung ist leck, es besteht Explosionsgefahr. Als die endlich gebannt ist, stehen die Rettungskräfte fassungslos vor einem großen Loch. Bei den Gasmessungen entdecken die Fachleute, dass die Straße hier völlig unterspült ist. Der nächste schwere Lkw wäre hier wohl eingebrochen.

8.20 Uhr: Der Mitarbeiter der Stadtwerke sieht kleine Gasblasen rund um den Kanaldeckel auf der regennassen Straße aufsteigen. Als er sein Fahrzeug verlässt, steigt ihm der Geruch von Gas in die Nase. Er alarmiert Polizei und Feuerwehr.


8.27 Uhr: Der Alarm geht bei der Feuerwehr-Zentrale ein. Einsatzleiter Harald Fleck ist in wenigen Augenblicken am Ort der drohenden Katastrophe. Kurze Zeit später wimmelt es von Rettungskräften, die alles abriegeln. Es wird alles für eine Evakuierung vorbereitet. Noch weiß niemand, ob hier nicht gleich alles in die Luft fliegt.

Zahlreiche Rettungskräfte – insgesamt sind es 180 von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz – sperren die Zufahrt nach Marktredwitz von der B 303 her aus Wunsiedel und Arzberg kommend ab. Hinter der Schnapsfabrik Rauch ist ebenfalls alles dicht. Auf dem Norma-Parkplatz drängen sich dicht an dicht Rettungsfahrzeuge. Hier wird auch in Sekundenschnelle ein Zelt zum Aufwärmen für die Hilfskräfte aufgestellt. Die Feuerwehr riegelt die Bayreuther Straße ab der Wunsiedler Straße ab, beim Kreisverkehr am Durchlass geht stadtauswärts gar nichts mehr.


9.15 Uhr: Die Katastropheneinsatzleitung aus Landratsamt, Feuerwehr und Polizei bereitet sich auf eine mögliche Evakuierung der Anwohner vor. Noch strömt Gas aus dem Kanal. Im angrenzenden Autohaus klagen sechs Mitarbeiter über starke Kopfschmerzen. Das Rote Kreuz versorgt sie; fünf von ihnen werden auf Anraten des Notarztes vorsorglich ins Klinikum gebracht. Die Arbeit im Autohaus wird eingestellt.
Handys brandgefährlich
Die Mitarbeiter des Energieversorgungsunternehmens ESM überprüfen die Kanäle mit ihren Messgeräten. Einsatzleiter Harald Fleck weist per Funk alle Feuerwehrleute entlang der Bayreuther Straße und der Thölauer Straße an, sämtliche Kanaldeckel „äußerst vorsichtig abzuheben“. Wenn nur ein Funke fliegt, kann alles in die Luft gehen. „Handys und Funkgeräte dürfen nicht mit in die Nähe der Gasaustrittsstelle genommen werden“, befiehlt Fleck seinen Leuten. „Alles kann eine Explosion auslösen, auch der Blitz eines Fotoapparats.“


9.30 Uhr: Ursula Biersack beobachtet das Geschehen durch die Scheibe ihres kleinen Lokals gleich an der Einfahrt nach Marktredwitz. „Ich habe keine Angst, dass da was in die Luft fliegt.“ Sie vertraut den Rettungskräften, die draußen alles hermetisch abriegeln. Das allerdings bedeutet für die Wirtin auch: Die nächsten Stunden kein Geschäft. Denn keiner kommt zu ihr durch. „Wahrscheinlich mach’ ich für heute dicht.“

Klaus Burkhardt, Geschäftsführer der Energieversorgung Selb-Marktredwitz, trifft ein, um sich selbst ein Bild von der Gefahrenlage zu machen. Mittlerweile haben seine sechs Mitarbeiter die Gefahr gebannt. Der Gashahn ist sozusagen abgedreht. Zahlreiche Bewohner westlich der Bayreuther Straße können wohl bis zum Abend nicht mehr heizen. Burkhardt stellt klar, „dass Erdgas nicht giftig ist“. Es sei nur zu riechen gewesen, weil es mit einem Zusatz versetzt sei.
Nachdem das Leck lokalisiert ist, stellen die ESM-Mitarbeiter fest, dass es sich um die Hauptleitung vom Stadt- zum Industriegebiet handelt. Das Leck soll durch Unterspülungen entstanden sein. In den umliegenden Anwesen können die Fachmänner, die von Haus zu Haus gehen, keinen Gasaustritt messen. Lediglich in den Kanälen wird ein bis zu zehn Prozent höherer Wert festgestellt.


Mittlerweile treffen auch Ordnungsamtsleiter Gottfried Dietl und Tiefbauamtsleiter Oskar Steinbrecher ein. „Es hat ein bisschen gedauert, weil wir zu Fuß sind. Mit dem Auto kommt man ja nirgends mehr durch.“ Zusammen mit Polizeichef Robert Würstl schmieden sie Pläne für das weitere Vorgehen.
Füllmaterial einfach weg
10 Uhr: Die Explosionsgefahr scheint weitgehend gebannt. Die großräumige Absperrung bleibt bestehen. Der Bagger trifft ein, um ein Loch zu graben, damit die ESM-Mitarbeiter an das Leck der Gasleitung gelangen können.
11 Uhr: Als ein kleines Loch den Weg zur Leitung freigibt, stochert das Messgerät ins Leere. Das Loch wird erweitert. Fassungslos stehen Feuerwehrler, Polizei und ESM-Mitarbeiter vor einem riesigen Loch. „Acht bis zehn Kubikmeter sind das“, schätzt Tiefbauamtsleiter Oskar Steinbrecher. Kopfschüttelnd steht Gottfried Dietl daneben: „Das war bis oben aufgefüllt.“ Keiner hat eine Ahnung, wohin das Füllmaterial gelangt sein mag. Es ist einfach weg. Der nächste Lkw wäre hier eingebrochen. „Nicht auszudenken, was das für eine Katastrophe gegeben hätte“, meint Dietl.


11.45 Uhr: Es gibt Probleme mit dem Schwerlastverkehr. Ausgerechnet über die Thölauer Straße müssen die Lastwagen der Firmen Colfirmit, Didier und Rauch. Denn die einspurige Brücke über die Bahn ist für Lkw nicht geeignet. Und über Thölau kann auch nicht umgeleitet werden. Die kleine Brücke unterhalb der Bahn würde die Last eines Lkw nicht tragen. Polizeichef Würstl und Ordnungsamtsleiter Dietl müssen schnell handeln. Ein 40-Tonner der Firma Colfirmit darf die Sperrung unter Geleitschutz passieren und wird vorsichtig neben dem gut drei Meter tiefen Loch vorbeigelotst, um aus der Stadt fahren zu können.
12.15 Uhr: Ein Teil der vielen Rettungskräfte kann abrücken. Die Gefahr ist endgültig gebannt. Doch jetzt blockiert eine Baustelle die Einmündung von der Thölauer Straße zur Bayreuther Straße.
14.20 Uhr: Die Bayreuther Straße ist wieder für den Verkehr freigegeben. Der Großteil der 180 Rettungskräfte kann sich zurückziehen. Gottfried Dietl weiß noch nicht, wie lange die Baustelle den Verkehr blockiert. „Das kann gut drei Tage dauern.“ Der Schwerlastverkehr darf während der Bauarbeiten die Thölauer Straße von der Bayreuther Straße aus befahren. Von der Thölauer Straße stadtauswärts werden die Lkw über die Gebrüder-Kastner-Straße entlang der Bahn umgeleitet. Hierfür musste ein Pfeiler weggefräst werden, weil die Straße sonst nur Fußgängern und Zweiradfahrern offen steht.




 
Termine
23.09.2017 07:30-17:30 Uhr
Ausbildungsdienst
Teilnehmer: Zug, Log und Stab
29.09.2017 14:00-19:00 Uhr
THV-Bereitschaft
10.10.2017 19:00-22:00 Uhr
Technischer Dienst
Teilnehmer: Zug, Log und Stab
14.10.2017 07:30-17:30 Uhr
Ausbildungsdienst
Teilnehmer: Zug, Log und Stab
26.10.2017 19:00-22:00 Uhr
Führungsausbidlung
Teilnehmer: ZTr, TrLogFü und Unterführer
04.11.2017 07:30-17:30 Uhr
Ausbildungsdienst
Teilnehmer: Zug, Log und Stab
07.11.2017 19:00-22:00 Uhr
Technischer Dienst
Teilnehmer: Zug, Log und Stab
15.11.2017 19:00-22:00 Uhr
Logistik-Runde
Teilnehmer: Log
25.11.2017 19:00-24:00 Uhr
Jahresabschlussfeier
Teilnehmer: Alle
05.12.2017 19:00-22:00 Uhr
Technischer Dienst
Teilnehmer: Zug, Log und Stab
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