Pressemitteilung: Eine Frau an der Spitze des THW
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Datum: 22.02.2007

UTE ECKSTEIN – EINE FRAU AN DER SPITZE DES THW
„Technisch ungeschickt war ich nie“

An der Spitze des Technischen Hilfswerks (THW) Marktredwitz steht seit Januar eine Frau: Ute Eckstein ist damit eine von nur drei Frauen in Bayern, die als THW-Ortsbeauftragte Verantwortung übernehmen.
Warum sind so wenige Frauen beim Technischen Hilfswerk in einer Führungsposition?

Eckstein: Da haben manche wohl Angst, dass sie sich gegenüber den Männern nicht durchsetzen können. Außerdem ist insgesamt der Frauenanteil beim THW relativ niedrig.


Und fällt es Ihnen schwer, sich durchzusetzen?

Nein, da habe ich innerhalb des THW keine Probleme. Allerdings gibt es schon eine gewisse Hemmschwelle gegenüber Vertretern aus der Politik, weil ich mit denen bislang noch nichts zu tun hatte. Meine Aufgabe ist nun ja auch, den THW-Ortsverband nach außen hin zu repräsentieren.


Der THW-Landessprecher Rudolf Skalitzky sagt, dass man als Ortsbeauftragter oft mit einem Fuß im Gefängnis und mit dem anderen im Irrenhaus stehe. Ist es gar so schlimm?

Das ist vielleicht ein klein bisschen übertrieben. Rechtliche Schwierigkeiten kann es geben, wenn zum Beispiel bei einem Einsatz ein THW-Mitglied einen Unfall hat – und Privatklamotten trägt. Da würde die Versicherung Schwierigkeiten machen. Der andere Ausdruck, mit dem Irrenhaus, ist ganz gut – aber kommentieren möchte ich ihn nicht. (lacht)


Was hat Sie daran gereizt, zum Technischen Hilfswerk zu gehen?

Das war vor elf Jahren. Da habe ich angefangen als Kraftfahrerin. Mir war das Leben als Hausfrau einfach zu langweilig. Der Umgang mit technischen Gerätschaften liegt mir im Blut – ungeschickt war ich eigentlich noch nie.


Es ist ja auch ungewöhnlich, dass eine Frau einen Lkw-Führerschein macht.

Den Führerschein hatte ich schon, weil ich zuvor im Transportunternehmen meines Mannes mitgearbeitet habe.


Gibt es eine Art Grundausbildung beim Technischen Hilfswerk?

Ja, und zwar machen die Frauen die gleiche Grundausbildung wie Männer. Und die ist ziemlich anspruchsvoll. Das heißt: Wenn jemand nur im Büro sitzt und handwerklich ungeschickt ist, dann macht es vielleicht keinen großen Sinn, wenn er zum THW geht.


Tun sich Männer immer leichter als Frauen?

Das kann man nicht sagen. Wir haben schon Männer erlebt, die Schwierigkeiten hatten, ein Aggregat anzulassen, während es für Frauen kein Problem war.


Technik ist die eine Sache beim THW, das Helfen die andere. Wie wichtig ist das für Sie?

Am Anfang, muss ich gestehen, war das für mich nicht so extrem wichtig. Die Bedeutung des Helfens ist kontinuierlich gewachsen. Heute kann ich nirgends mehr vorbeifahren, wo es ein Problem zu geben scheint, ohne zu fragen, ob ich helfen kann. Das ist in Fleisch und Blut übergegangen.

Fahren müssen Sie viel, denn sie wohnen in Reuthlas im Landkreis Hof.

Ja, aber mein Mann stammt aus Arzberg und deswegen sind wir beide zum THW Marktredwitz gegangen.


Leisten Sie beim THW auch Jugendarbeit?

Die Jugendarbeit ist uns sehr wichtig. Aber es ist schwer, Jugendliche für das Helfen zu begeistern.


Wieso?

Kaum jemand will sich noch ehrenamtlich engagieren. Das zieht sich durch die ganze Generation. Aber das ist wohl eher ein Problem unserer Gesellschaft.


Wieviele Jugendliche sind bei Ihnen aktiv?

Unsere Jugendgruppe ist mit 15 Leuten relativ groß. Insgesamt haben wir 74 Mitglieder. Wichtig war für uns im vergangenen Jahr unsere Veranstaltung zum „Girl’s Day“. Da sind einige Mädchen beim THW geblieben. Im April wird wieder ein „Girl’s Day“ bei uns stattfinden.


Zu welchen Einsätzen rückt das THW meistens aus?

In jüngster Zeit immer häufiger bei Hochwasser und Sturmschäden.


Und was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Eine gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und anderen Katastrophenschutz-Einrichtungen.

INTERVIEW: RICHARD RYBA

Souverän am Steuer: Die 48-jährige Ute Eckstein lenkt das Technische Hilfswerk in Marktredwitz
Marktredwitz Lokal
 
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Das heißt: Wenn jemand nur im Büro sitzt und handwerklich ungeschickt ist, dann macht es vielleicht keinen großen Sinn, wenn er zum THW geht.
Bei diesm Satz möchte ich gern klarstellen, das ich den so mit Sicherheit nicht gesagt habe,
denn bei uns im THW kann jeder mitarbeiten und wir freuen uns über jede Neuaufnahme.
Denn erlernen kann man vieles, auch die Gerätschaften im THW.
 
Ute Eckstein





 
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